Mein Erfahrungsweg

 

Mein Erfahrungsweg

Wichtige Meilensteine in meiner persönlichen Entwicklung

Oft werde ich gefragt, wie und warum ich selbst dazu kam, meine Fähigkeit der außersinnlichen Wahrnehmung zu entwickeln. Wie kam ich überhaupt auf die Idee? Und – was vielleicht noch entscheidender ist – wieso bin ich bis heute dabei geblieben und unterrichte sogar andere Menschen darin, ihre verborgenen Fähigkeiten auf diesem Gebiet zu entdecken? Die zweite Frage ist nicht unbedingt einfacher, aber mit Sicherheit schneller zu beantworten: Die außersinnliche Wahrnehmung birgt geradezu ungeahnte und einfach großartige Möglichkeiten, das eigene Leben erfolgreicher und erfüllter zu gestalten. Eine Art innerer Antrieb ist mir dabei immer der Gedanke gewesen, am Ende meines Lebens einmal auf Fragen wie: Habe ich intensiv und gut gelebt? Haben sich meine tiefsten Wunschträume erfüllt? Bin ich wirklich glücklich und zufrieden mit dem, was ich getan, erlebt und erreicht habe? Habe ich in Liebe gelebt? Konnte ich spüren, was es heißt zu leben? mit einem überzeugten »Ja« antworten zu können.

Ich kann heute schon sagen, dass mein Leben ausgesprochen erfüllt war und noch ist. Ich fühle mich in meinem materiellen Umfeld wohl, ich bin glücklich mit meiner Familie und ich tue das, was ich wirklich tun möchte. Als Beruf folge ich meiner Berufung, anderen Menschen dabei zu helfen, ihre Lebensabsicht und ihre wahren Sehnsüchte zu erkennen und zu erfüllen, so wie ich dies in meinem eigenen Leben getan habe. Ich lebe für mich gut und passend und nutze meine Fähigkeiten und Möglichkeiten, um mein Leben intensiv und erfolgreich zu gestalten, so wie es mir wirklich entspricht, und daran möchte ich auch gerne andere Menschen teilhaben lassen.

So fing alles an

Um die erste Frage zu beantworten – wie ich meine Fähigkeiten entdeckt habe –, muss ich in meiner Kindheit beginnen, denn damals bekam ich erstmals die Gewissheit, dass außerhalb der bis dahin wahrgenommenen Welt noch etwas anderes existierte. Und dieses Andere war in hohem Maße faszinierend und auch beruhigend für mich.

Meine Eltern hatten mich sehr religiös erzogen. Die Gestalt von Jesus, seine Persönlichkeit, seine Fähigkeiten und seine Berufung faszinierten mich sehr und ich sprach jeden Abend mit ihm in einer Art Phantasie-Dialog. Gleichzeitig war ich sehr an Religion interessiert und stellte im Religionsunterricht immer viele Fragen, die mich beschäftigten und manchmal sogar quälten: Wie es sein könne, wenn Gott gerecht ist, dass es so viel Krieg und Hunger auf der Erde gibt; oder wenn Gott die Menschen liebt, warum er sie dann manchmal so jung sterben lässt? Solche grundsätzlichen Fragen brachten mir bei meinem Religionslehrer den Ruf als Ketzer ein. Statt Antworten oder zumindest Verständnis erntete ich Rauswürfe aus der Klasse. Befriedigende Antworten erhielt ich nie.

Erste paranormale Erfahrungen im Alter von zwölf Jahren

Ich wollte sie aber haben und begab mich allmählich auf meine eigene Suche nach Wahrheit und Klärung, nach dem Sinn des Lebens und nach Gott. Als ich etwa zwölf war, wurde meine Mutter wieder einmal schwer krank und ich sprach mit Jesus und Gott noch inbrünstiger als sonst und bat darum, dass sie am Leben bleiben und wieder gesund werden möge. Doch Antworten erhielt ich keine, oder zumindest waren sie mir nicht bewusst.

Aber eines Nachts bin ich dann unerwartet aufgewacht und erlebte, wie sich die mir bekannte Wirklichkeit um mich herum einfach zu verflüchtigen begann. Es war, als ob Steine aus einer Ziegelwand einfach einer nach dem anderen wegflogen und alles sich auflöste. Ich nahm mich als ein strahlend helles Licht wahr, strahlend mitten im Nirgendwo, allein mit mir selbst, erfüllt von brennender intensiver Liebe. Dann näherten sich zwei weitere »Lichter« und strahlten ihre unvorstellbare große Liebe auf mich aus, in der ich mich aufzulösen begann.

Wie von selbst entstand in dieser unendlichen Liebe auch unendliche Klarheit und alle Fragen waren beantwortet, alle Probleme gelöst. Ich begriff, was Gott ist, ich erlebte den Kern des Wesens alles Seins. Ich wusste, wer ich bin, was das Leben ist und war eins mit allem, was ist. Ich war ganz in dieser liebevollen Einheit, ich war Licht ohne Grenzen, eins mit dem Kern allen Seins. Doch irgendwann lösten sich die beiden Lichter wieder auf und ich musste in meinen Körper zurückkehren. Ein schmerzlicher Prozess, in dem mein Licht wieder dunkler wurde und die Wirklichkeit sich wieder neu aufbaute zu dem, was ich kannte.

Das Wissen aus dieser Erfahrung verblasste zusehends bei meiner Rückkehr, doch was blieb, war die intensive Erinnerung an die Einheit mit allem, was ist, und die Gewissheit, dass es Antworten auf meine Fragen gab und dass einfach alles in Ordnung ist, so wie es ist, auch wenn ich es in meinem jetzt wieder normalen Bewusstseinszustand im Körper nicht mehr verstehen konnte. So intensiv dieses Erlebnis auch war, so verlor es doch über die Jahre hinweg an Bedeutung. Allerdings die Sehnsucht nach diesem Zustand von Einssein, von Liebe und tiefem Verstehen verließ mich nie wieder. Auf einer sehr tiefen Ebene war etwas geschehen, was mich grundsätzlich für immer verändert hatte. Ich wurde viel ruhiger und auch die Angst um meine Mutter wich danach einem unerschütterlichen Vertrauen in den Sinn allen Lebens. Außerdem unterließ ich fortan meine Fragen im Religionsunterricht. Sie kamen mir jetzt banal vor, und außerdem war mir klar geworden, dass ich dort sowieso keine Antworten erhalten würde.

Ausserkörperlichkeit

Acht Jahre später, etwa mit Anfang zwanzig, hatte ich ein weiteres einschneidendes Erlebnis während meines frisch begonnenen Architekturstudiums. Eines Nachts wachte ich in meinem Zimmer von einer Stimme auf, die leise meinen Namen rief: »Harald«.

Noch schlaftrunken, ohne Ahnung, wo sie herkam, knipste ich beunruhigt das Licht an, konnte aber nichts entdecken. In dem Glauben, geträumt zu haben, schaltete ich das Licht wieder aus und war schon fast wieder eingeschlafen, als ich die Stimme erneut rufen hörte: »Harald«. Noch bevor ich das Licht anmachen konnte, entdeckte ich, dass jemand an meiner Zeichenplatte saß und meine Zeichnungen betrachtete – eine Entwurfsarbeit für mein Architekturstudium. Ich konnte diesen Menschen im Dunkeln sehen, weil von ihm ein helles, aber weiches Licht ausging und er schien leicht durchsichtig zu sein, wie aus Milchglas, innen eher bläulich, außen eher weißlich.

Verblüfft betrachtete ich die Gestalt genauer und stellte überrascht, aber ohne Angst fest, dass sie mein genaues Ebenbild zu sein schien. In dieser merkwürdigen Erkenntnis zog es mich augenblicklich oder, besser gesagt, zog es mein Bewusstsein aus meinem Körper heraus und es schlüpfte hinein in diesen anderen Körper, der aussah wie meiner. Das Ganze ging blitzschnell. Ich konnte mich wahrnehmen, wie ich auf dem Stuhl am Zeichentisch saß: Ich war sehr irritiert und sah meine Zeichnungen an. Dann blickte ich zurück auf mein Bett und stellte fest, dass ich bzw. mein Körper dort immer noch lag, den Kopf auf die Hände gestützt und mich – der ich auf dem Stuhl vor dem Zeichentisch saß – mit leeren Augen ansah. Ich war irritiert und genauso schnell wie vorher heraus, zog es mein Bewusstsein nun wieder in meinen Körper hinein. Aber kaum war ich im Körper, zog es mich wieder zurück auf den Stuhl, dann wieder ins Bett, einige Male in schneller Folge, bis sich mein Bewusstsein plötzlich teilte und ich zweimal da war. Ich empfand mich aber nicht wirklich als geteilt, sondern eher als verdoppelt – und dann geschah etwas, was sich kaum wirklich vorstellen lässt, wenn man es noch nie erlebt hat. Ich schaute mir selbst in die Augen und begegnete meiner eigenen Energie. Es war wie eine erschütternde Explosion tief in meinem Innern, ein tiefer Schock, der sich in jeder Faser meines Seins breit machte, und sofort riss es mich von meinem neuen Körper auf dem Stuhl zurück in den Körper auf dem Bett, wo ich physisch noch immer mit aufgestütztem Kopf lag und zum Stuhl und dem Zeichentisch hinüber starrte.

Der Stuhl aber war jetzt leer. Mein Herz raste und ich versuchte ruhig zu werden und nach einer Erklärung zu suchen. Es war real, aber es konnte nicht wirklich sein. Ein Traum war es nicht. Ich war genauso wirklich auf dem Stuhl wie jetzt im Bett. Ich fand keine Erklärung und war nur einfach tief beunruhigt.

All dies geschah lange Zeit, bevor ich jemals etwas über Astralreisen gehört hatte. In den Tagen danach bekam ich etwas mehr Abstand und meine ohnehin seit jener Nacht in meiner Kindheit vorhandene Gewissheit, dass die Wirklichkeit nicht das ist, wofür wir sie normalerweise halten, verstärkte sich zusehends. Meine Neugier und Motivation, diese offensichtlich ganz anderen Aspekte und Bereiche unserer Realität, die uns im normalen Wachbewusstsein nicht zugänglich sind, zu erforschen, wuchsen erheblich. Und ich denke, es war diese gewaltige Lust auf Erfahrungen in den erweiterten Bereichen unserer Wirklichkeit, die mich in den nächsten Jahren immer wieder Begegnungen mit Phänomenen haben ließen, welche mit dem rationalen Verstand und auf der Basis meines realen und eher naturwissenschaftlichen Weltbildes nicht erklärbar waren.

Kontakte mit einem geistigen Lehrer

Ein solches Phänomen geschah beispielsweise zwei bis drei Jahre später. Eines Nachts weckte mich eine Art »Geisterscheinung« mitten aus meinem Schlaf. Ein Mann – orientalisch gekleidet mit weißem Turban, besetzt mit einem großen, leuchtenden Smaragd, mit einer weißen Brokatbluse, roten knielangen Hosen und herrlich verzierten Schnabelschuhen – stand plötzlich in meinem Zimmer. Das Licht, das von ihm ausstrahlte, hatte mich offensichtlich geweckt. Er erklärte mir auf meine in völliger Verblüffung einfältig gestellte Frage nach seinem Namen, dass da, wo er herkomme, Namen keine Bedeutung hätten. Er komme von der »Grenze«, ließ er mich wissen, deren Natur er mir jedoch in meiner jetzigen Lebensphase und meinem jetzigen Wissensstand nicht so erklären könnte, dass ich es begreifen würde. Dann gab er mir zu verstehen, dass er sich ohnehin nicht mit mir unterhalten wolle, sondern dass er hier sei, um mein Verständnis von der Wirklichkeit und ihren Gesetzmäßigkeiten zu erweitern.

In diesem ersten Kontakt zeigte er mir Phänomene wie Materialisation, Levitation und Zeitverschiebung, die mich völlig begeisterten und die ich unbedingt verstehen und beherrschen wollte. Aber dazu war er nicht bereit. Seine deutliche Botschaft war, dass jeder Mensch die Fähigkeiten dazu in sich trägt, aber sie sich erst bewusst machen muss. Der Mensch müsse die Fähigkeiten seines Bewusstseins wieder suchen. Und der Weg dorthin sei, zumindest für mich – und das schien ihm sehr wichtig zu sein –, nicht durch das Studium fremder Lehren oder durch Hingabe an Meister welcher Art auch immer, zu erreichen, sondern durch aufmerksames Wahrnehmen der eigenen inneren Stimme und das Erspüren des eigenen Schicksalsweges.

Das Leben durch eigenes Tun wahrnehmen und beherrschen zu lernen und die geistigen Gesetzmäßigkeiten selbstständig zu erforschen und ihnen zu folgen, das sei mein Weg. Ich solle niemandem blind vertrauen und folgen, sondern auf meine eigene Wahrnehmung, meine tiefen Gefühle und meine Intuition vertrauen lernen. Es sei in Ordnung, die Aussagen anderer Menschen zu hören, Rat zu holen und Unterstützung zu suchen und zu geben, solange ich innerlich frei bliebe und mich nicht in der Verwicklung mit fremden Energien verliere. Dieser geistige Freund und Führer erschien mir mehrmals in Abständen von einigen Jahren, um mich an diese Kernaussagen zu erinnern. Er gab mir zu verstehen, dass alles, was ich mir an innerer und äußerer Freiheit wünschte, das tiefe Verständnis dessen, was er mir zeigte, und die Einheit mit den größeren Ebenen des Seins zur richtigen Zeit kommen werden, wenn ich auf meinem Weg bliebe und ständig bereit wäre, nach innen zu lauschen und meinen Gefühlen zu folgen. Ich solle nicht fremden Lehrern und Meistern folgen, sondern mein eigener Meister werden im Einklang mit meiner Bestimmung. Was ich auf diese Art lernen würde, könne ich anderen weitergeben.

Das letzte Mal besuchte er mich, als ich achtundzwanzig war und in England wohnte. Er manifestierte sich mitten am Nachmittag vor meinen Augen in einer strahlend weißen Wolke, die unerwartet im Garten vor mir auftauchte. Er kam, um mich noch einmal an meine innere Freiheit zu erinnern, die ich suchen und an andere weitergeben sollte. Dieser Zeitpunkt war perfekt gewählt, weil ich mich damals gerade mit der Idee befasste, einige Zeit in ein tibetisches Kloster nach Kanada zu gehen, um dort unter geistiger Führung meine Bewusstseinsentwicklung voranzutreiben. Ich folgte seinem Rat, mich allein auf die Suche nach den tieferen Dimensionen meines Seins zu machen, und auch heute noch folge ich meiner inneren Führung. Ich baue meinen Weg auf meinen eigenen Erfahrungen auf und gebe meine Ideen über das Sein und die Möglichkeiten unseres Bewusstseins lediglich als Impulse an andere Menschen weiter.

Jeder Mensch muss freigelassen werden, um er selbst zu sein, eigenständig seine Wirklichkeit zu erforschen und sein eigenes Weltbild aufzubauen. Trotz dieser inneren Selbstständigkeit habe ich natürlich immer wieder erfahren, wie schön es ist, sich mit bestimmten Menschen auszutauschen, ihren Rat in mir zu bewegen, ihre Hilfe und ihren »Rückenwind« anzunehmen und ihnen das Gleiche anzubieten.

Zusammenarbeit mit einem englischen Medium

Meine paranormalen oder manchmal sogar mystischen Erlebnisse prägten mich sehr, auch wenn ich sie anfänglich nicht verstehen konnte. Ich speicherte sie einfach in meiner Erinnerung, um sie später zu einem großen Bild verknüpfen zu können. Wie normal diese recht verwirrenden Erlebnisse jedoch zu sein schienen, verstand ich erst, als ich mit Anfang zwanzig von Ivor James hörte, einem englischen Medium, dessen Spezialität es war, Verstorbene zu sehen. Er porträtierte sie und gleichzeitig übermittelte er Informationen oder Botschaften an die Hinterbliebenen. Diese Botschaften enthielten manchmal atemraubende Details, die niemand außer dem Verstorbenen selbst wissen konnte. Ich erlebte Ivor auf einer öffentlichen Demonstration mit hunderten Menschen, und ich war so berührt, geradezu erschüttert von seinen Fähigkeiten, dass ich mehr darüber erfahren wollte. Ich bewarb mich als Übersetzer für seine Konsultationen.

Reise durch Amerika

Zu dieser Begegnung gehörte eine Vorgeschichte. Nach meinem Vordiplom in Architektur entschied ich mich, alleine mit meinem Auto durch Amerika zu reisen. Ich wollte wochen oder monatelang unterwegs sein, bis ich erforscht haben würde, was ich wirklich mit meinem Leben anfangen wollte. Zu dieser Zeit war mir schon klar, dass ich mein Leben nicht als Architekt verbringen wollte. Ich suchte etwas, das mich mehr berührte: Ich suchte meine Berufung.

Während dieser Reise durch 48 Staaten der USA erlebte ich viele wunderliche Dinge. Aber ein Erlebnis, von dem ich bis heute nicht weiß, ob es in mir oder im Außen stattfand, möchte ich erzählen. Ich lag eines Nachts einsam in meinem Ford-Kombi, mitten im Irgendwo mit offener Heckklappe auf meiner geblümten Luftmatratze, und starrte in den sternenklaren Himmel, gedankenlos, aber berührt von einer Ahnung über die unermessliche Tiefe des Seins.

In mir und um mich herum war es ganz still. Plötzlich hörte ich eine Stimme laut und klar sagen: »Harald, du bist nicht hier, um als Architekt dein Leben zu verbringen. Du willst in diesem Leben Menschen helfen. Geh zu ihnen, sprich mit ihnen!« In Panik sprang ich aus dem Auto, konnte aber niemanden sehen. Tränenüberströmt, verwirrt und verzweifelt, rief ich hinaus: »Gut, aber wie? Womit soll ich helfen, worüber soll ich sprechen?«

Keine Antwort kam. Ich setzte mich hinter das Steuer und fuhr die ganze Nacht, um diesem gewaltigen Eindruck zu entgehen. Ich wusste nicht, was diese Stimme war, ich wusste nur, sie hatte Recht und ich musste einen neuen Weg finden. Ich reiste noch lange durch die USA, allerdings ohne eine Antwort zu finden.

Zurück in Deutschland las ich von Ivor James’ Veranstaltung. Ich spürte sofort, ich musste dort hin, dort warten Antworten auf mich. Nach den ersten zwei Wochen Übersetzungstätigkeit für Ivor war ich tief beeindruckt über die Selbstverständlichkeit, mit der er offensichtlich mit anderen Dimensionen oder Ebenen dieser Wirklichkeit umging. Er sprach auch mit mir sehr viel über mich und meinen Weg. Er gab mir Bücher mit spirituellen Inhalten, und ganz langsam begann ich meine Erfahrungen in einem übergeordneten Zusammenhang zu sehen. Wenig später übersetzte ich wieder für ein englisches Medium, Inger Wilson, eine dynamische und respektlose Person, die ähnlich wie Ivor völlig selbstverständlich mit anderen Dimensionen umging und Zugang hatte zu Informationen, die damals weit über meinem Vorstellungsvermögen lagen. Sie konnte in die Vergangenheit von Menschen schauen, Personen, die sie nie gesehen hatte, über ihren Namen beschreiben, Krankheiten diagnostizieren, bewussten Kontakt mit Verstorbenen herstellen und Gespräche zwischen diesen und ihren Klienten zustande bringen.

Ausbildung als Medium und Heiler am College of Psychic Studies, London

Inger Wilson brachte mich auch letztlich über ihren Mann Reg Wilson, Leiter des College of Psychic Studies in London und bekannt als Trancemedium und Heiler, nach London und initiierte meine Ausbildung als Medium und Heiler. Über sechs Jahre hielt ich mich in regelmäßigen Abständen in London auf, arbeitete in verschiedenen Zirkeln an der Ausbildung meiner medialen und paranormalen Fähigkeiten und meiner Heilkräfte.

Ich studierte esoterische Psychologie und Philosophie in der Absicht, meine inzwischen schon sehr zahlreichen Erfahrungen im Bereich des Paranormalen zu einem Gedankengebäude zusammenfassen oder sie in bestehende Sichtweisen einordnen zu können. Ich suchte Klarheit und Übersicht.

Die Entfaltung meiner paranormalen Fähigkeiten

Wahrscheinlich war es die ständige Auseinandersetzung mit spirituellen, esoterischen und metaphysischen Inhalten, die mehr und mehr eigene Erlebnisse erzeugte. Fast jede Nacht verließ ich meinen Körper in einer Art Energiewolke, manchmal sogar mehrmals, und machte Erfahrungen in einem faszinierenden erweiterten Bewusstseinszustand. Ich bekam außerhalb meines physischen Körpers Zugang zu einer erweiterten Wahrnehmung, die die Möglichkeiten meiner Sinnesorgane weit hinter sich ließ. Der Großteil meines Wissens über die Phänomene Astralreisen und außerkörperliche Erfahrung stammt aus dieser Zeit. Ich verstand allmählich, wie sich meine paranormalen Erlebnisse seit der Kindheit aufgebaut hatten, was sie bewirkten und welchen Sinn sie hatten.

Meine Sehnsucht, das menschliche Bewusstsein zu erforschen

Die Zeit in England veränderte mich sehr. Es entstand eine große Sehnsucht, das Sein und das menschliche Bewusstsein, das Leben und seine Gesetzmäßigkeiten gründlich zu erforschen, aber nicht nur um ihrer selbst willen. Ich wollte auch meine Erfahrungen und Erkenntnisse dazu nutzen können, um intensiv zu leben und aktiv mit meinem Leben umzugehen wie ein Architekt, der seine Entwürfe Gestalt werden lässt. Ich wollte frei werden, mein Leben so gestalten zu können, wie ich es wollte und wie es mir entsprach. Ich sehnte mich auch danach, anderen Menschen von meinem Weg zu erzählen und ihnen Inspiration und Hilfsmittel zu bieten, mit denen sie ihren eigenen Weg finden konnten, indem sie lernten, hinter die Oberfläche zu schauen.

Begegnungen mit Robert Monroe und Daskalos

Das schien es zu sein, was mir die Stimme damals in der Nacht mitteilen wollte, was ich aber damals noch nicht verstehen konnte. Diese neue Entwicklung, die in England begonnen hatte, wurde immer wieder durch wichtige Begegnungen vorangetrieben. Persönlichkeiten wie Robert Monroe oder Daskalos auf Zypern prägten mein Vorwärtskommen genauso wie der Kontakt mit engen Freunden.

Meine Wahrnehmung und mein Weltverständnis wurde schon früh in meinem Leben erschüttert und erweitert, aber erst die bewusste Beschäftigung mit der Natur des Bewusstseins und die gezielte Anwendung meiner schöpferischen und wahrnehmenden Bewusstseinskräfte in der Praxis haben mir einen wirklichen Zugang zu den Möglichkeiten unseres Bewusstseins geöffnet.

Die Aura von Menschen wahrnehmen

Wenn mich heute, nach 30 Jahren Erfahrung im praktischen Umgang mit solchen Möglichkeiten, jemand fragt, welche Fähigkeiten ich habe oder zumindest am intensivsten nutze, dann spreche ich am liebsten von meiner Fähigkeit, das Energiefeld oder die Aura von Menschen, Tieren und Pflanzen sehr genau wahrnehmen und deuten zu können. Diese Fähigkeit hat mein Leben mehr geprägt als die meisten anderen Fähigkeiten, sie hat mir geholfen, intensiv und gemeinsam mit anderen Menschen zu leben und glücklich zu sein.

Medialität

In England lernte ich zunächst, mein Bewusstsein zu öffnen für Energien und Informationen aus anderen Ebenen des Seins. Ich lernte, in mich aufzunehmen und weiterzugeben, was von anderen Instanzen oder Wesen zu mir getragen wurde. Man nennt diese Arbeitsweise des Bewusstseins »Medialität«. Aber weil ich schon immer sehr aktiv war, wollte ich auch lernen, mein Bewusstsein und meine Wahrnehmung über meine eigenen Körpergrenzen hinaus auszudehnen und alles zu durchdringen und zu verstehen, was ich verstehen wollte: die Energie anderer Menschen oder von Orten, Häusern, Pflanzen, Tieren, Nahrungsmitteln usw. Ich wollte nicht allein darauf angewiesen sein, Informationen und Energien aus einer fremden Quelle zu empfangen, ich wollte sie mir selbst beschaffen, und diese Fähigkeit nennt man Sensitivität.

Sowohl Sensitivität als auch Medialität sind Formen entwickelter paranormaler Wahrnehmung. Wer sensitiv die Aura von Menschen erspüren kann, weiß, wie eine Person in ihrem Wesen wirklich ist, wie sie gelebt hat, was sie fühlt und denkt. Er spürt ihre Sehnsüchte und Probleme, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten. Auch enge Beziehungen hinterlassen Spuren in der Aura, aus denen man die entsprechende Person beschreiben kann. Ihr Lebensstil, der Charakter, die Lebensziele, der Lebenszweck sind dort erkennbar, ebenfalls körperliche Symptome, gegenwärtige, vergangene oder solche, die sich sogar erst anbahnen.

Anderen Menschen Gutes tun

Für mich war die Erforschung der Aura eines der spannendsten Abenteuer auf meinem Weg, und ich nutze meine Fähigkeiten in diesem Bereich täglich und mit viel Freude und Befriedigung. Ob ich erspüre, was für die Menschen in meinem Vortrag oder Seminar hilfreich ist, ob ich versuche, Antworten auf Fragen oder Lösungen zu Problemen im Leben eines Menschen zu finden, ob ich Ernährungsberatung mache und jemandem erkläre, was für seinen Körper momentan am besten wäre, oder ob ich gelegentlich mithelfe, Vermisste zu suchen für die Bergwacht oder die Polizei – all dies ist nur als Sensitiver möglich. Ich kann die Energien der menschlichen Aura selbst über Fotos, Schriftproben oder Gegenstände, spüren und deuten. Hin und wieder berate ich Firmen bei der Auswahl eines Mitarbeiters für einen wichtigen Arbeitsplatz, oder bei der Festlegung von Namen und Verpackungen für Produkte oder sogar bei der Gestaltung ihres Auftritts in der Öffentlichkeit und bei der Werbung.

Unsere Sensitivität zu nutzen ist ein Abenteuer ohne Ende. Hinter die Oberfläche schauen zu können bringt Tiefe, Kreativität und Sicherheit, Klarheit und Entscheidungskraft, aber auch Verständnis und Mitgefühl in unser Leben. Der Umgang mit anderen Menschen gestaltet sich intensiver, ehrlicher und liebevoller, und nichts prägt unsere Lebensqualität und den Weg zum persönlichen Erfolg mehr als zwischenmenschliche Beziehungen. Ich spreche inzwischen aus über 30 Jahren Erfahrung und kann nur jeden Leser dazu einladen, sich dem Abenteuer der Erforschung des Bewusstseins hinzugeben, denn das Leben wird für Sie als »Sensitiver« nicht mehr das gleiche sein.

 

 

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